|
||||||||||||||||||||||
| ISBN: 3411715030 ISBN: 3411715030 ISBN: 3411715030 ISBN: 3411715030 | ||||||||||||||||||||||
|
|
Wir empfehlen: | |||||||||||||||||||||
|
„Degenerierende elliptische Kurven
|
||||||||||||||||||||||
| In dieser Diplomarbeit wird die Degeneration elliptischer Kurven ausgenutzt, um einen relativ elementaren algebraisch-geometrischen Zugang zu einigen bekannten Resultaten über die Gruppen- und Galoisstruktur der n-Teilungspunkte elliptischer Kurven zu entwickeln. |
Eine elliptische Kurve über einem Körper k ist eine
eindimensionale abelsche Varietät über k. Das Schema der
n-Teilungspunkte E[n] von E ist der Kern der Multiplikation
mit
,
die Gruppe der n-Teilungspunkte ist die
Gruppe
der geometrischen Punkte von E[n].
Zunächst wird gezeigt, daß
ist für zur Charakteristik von k teilerfremdes n.
Daraufhin wird die generische Galoisdarstellung
einer Familie in
Spezialfällen untersucht.
Es ist die Grundidee der Methode dieser Arbeit, Familien von
elliptischen Kurven zu studieren, die in singuläre Kurven
degenerieren.
Manche Dinge sollten in einer singulären Faser einer degenerierenden
Familie von Kurven leichter zu sehen sein, und die erhaltene
Information sollte sich dann auf die anderen Fasern übertragen.
Genauer ist der Ausgangspunkt der Untersuchungen die Beobachtung, daß
sich elliptische Kurven durch Weierstraßgleichungen
Daher werden nach einigen allgemeinen Vorbereitungen über Familien
- sie sind hier stets einparametrig (das heißt das Basisschema ist
ein Dedekindschema) und generisch glatt - zunächst
Doppelpunktsingularitäten in Familien von Kurven untersucht. Es wird
gezeigt, daß eine einparametrige Familie C/S von Kurven
infinitesimal um einen Doppelpunkt P in der Faser über einem
abgeschlossenen Punkt
isomorph zu
ist für einen lokalen Parameter ts
von S bei s und ein
(das heißt
).
Der Punkt P ist genau dann ein regulärer Punkt von C, wenn m=1
ist. Diese Regularität ist wichtig, da Schnitte von
in
reguläre Doppelpunkte nicht hineinlaufen, was beim Vergleich
der n-Teilungspunkte in den verschiedenen Fasern zum Tragen kommt.
Zum Zweck der ,,Regularisierung`` wird daher untersucht, was beim
Aufblasen einer Familie in einem Doppelpunkt vom Typ m passiert.
Nach
-maligem Aufblasen liegt erstmals
eine reguläre Situation vor, und der Doppelpunkt ist durch eine Kette
von m-1 projektiven Geraden ersetzt worden.
Insbesondere wird aus einem Eineck, wie es in einer Weierstraßkurve
auftaucht, ein m-Eck von projektiven Geraden.
Bei weiterem Aufblasen ist die resultierende Kurve wieder regulär,
aber es kommen in der Faser Komponenten mit Vielfachheit >1 hinzu.
Das bedeutet, eine reguläre Kurve E/S, deren singuläre Fasern
,,Polygone`` von projektiven Geraden sind, ist minimal regulär (das
,,minimale Modell`` ihrer generischen Faser).
Um die Gruppenstrukturen der elliptischen Fasern mit einer singulären
Faser vergleichen zu können, braucht man eine
S-Gruppenschemastruktur auf dem glatten Teil E0/S von E/S.
Es wird gezeigt, daß für eine reguläre Familie von Kurven vom
Geschlecht eins, deren singuläre Fasern Polygone sind, und einen
Schnitt
die Abbildung
Nach diesen Vorbereitungen wird die Untersuchung der
n-Teilungspunkte in Angriff genommen. Sei E/S eine degenerierende
elliptische Kurve. Durch Wertnehmen bekommt man für jeden Punkt
einen Homomorphismus
.
Punkte der generischen Faser EK (K ist der Funktionenkörper von
S) dehnen sich auf Grund der Eigentlichkeit von E/S eindeutig zu
Schnitten von E/S aus, die nicht in die Doppelpunkte hineinlaufen,
weil E regulär ist. Daher ergibt sich ein Isomorphismus
.
Es wird gezeigt, daß auch für alle abgeschlossenen Punkte s die
Abbildung
ein
Isomorphismus ist, wenn alle generischen n-Teilungspunkte sichtbar
sind (wenn also die Erweiterung
der
n-Teilungspunkte von EK trivial ist), und daß dann auch
gilt. Hierbei wird
benutzt, daß n nicht von der Charakteristik von
geteilt
wird.
Des Weiteren gilt in diesem Fall, daß die Anzahl der Komponenten
einer Polygonfaser von n geteilt wird. Indem noch genügend viele
Familien angegeben werden, ist damit gezeigt, daß für jede
elliptische Kurve E über einem Körper k und zu
teilerfremdes n die Gruppe der n-Teilungspunkte von E isomorph
zu
ist.
Beim Studium der generischen Galoisoperation wird zunächst eine
Familie infinitesimal um eine Polygonfaser herum untersucht, das
heißt das Basisschema ist das Spektrum eines vollständigen diskreten
Bewertungsrings R mit Quotientenkörper K. Durch Vergleich der
Gruppenstrukturen der Polygonfasern nach verschiedenen Erweiterungen
kann gezeigt werden, daß die Erweiterung
von der
Gestalt
ist für ein bis auf
(R*)n eindeutig bestimmtes
,
und daß die
Galoisoperation die Form
Schließlich wird noch im Funktionenkörperfall das globale Bild der
Galoisdarstellung auf den n-Teilungspunkte in
untersucht.
Ganz allgemein ist die Determinante der Darstellung der zyklotomische
Charakter
,
wie man mit der Weil-Paarung sehen kann. Mit
Hilfe der Resultate über die Galoisoperation bei einer Polygonfaser
und Normalformenargumenten von Igusa wird gezeigt, daß dies für eine
durch ihre j-Invariante parametrisierte Kurve die einzige
Einschränkung ist: Das Bild enthält
.
Für eine beliebige nichtkonstante Familie über (einem offenen Teil)
einer Kurve C über einem Körper der Charakteristik p wird ein
leicht abgeschwächtes Resultat bewiesen: Das Bild der
Galoisdarstellung
hat endlichen Index.
Die gesamte Darstellung dieser Arbeit ist vom Standpunkt der modernen
algebraischen Geometrie aus elementar. Sie ist konsequent in der
Sprache der Schemata gehalten, und die fortgeschrittensten Resultate,
die verwendet werden, sind etwa die Halbstetigkeitssätze und der Satz
von Riemann-Roch für Kurven.
Über elliptische Kurven wird außer dem grundlegenden Kalkül für
Weierstraßgleichungen von Tate fast nichts benutzt. Insbesondere wird
die Gruppenstruktur auf einer Weierstraßkurve bei der Konstruktion
der Gruppenstruktur auf einer degenerierenden elliptischen Kurve
miterhalten. Lediglich bei der Untersuchung des Bildes der
Galoisdarstellung werden die Weilpaarung und die Legendrenormalform
benutzt sowie eine weitere Normalform von Igusa.
Die gesamte Arbeit kann als Postscript-Datei
und als gezippte
Postscript-Datei von Uni-ftp-Verzeichnis
oder von unserem http-Server (
Postscript-Datei,
gezippte Postscript-Datei
) geladen werden.